Als junge Erwachsene dachte ich: wenn ich immer das Richtige herausfinde, weiss ich wie die Welt funktioniert und ich bin glücklich. Ich muss nur noch ein bisschen „erwachsener“ werden, dann weiss ich immer was richtig ist.
Damals war ich der festen Überzeugung das es IMMER das EINE / EINZIGE Richtige für jede Situation gibt.
Mit Anfang 30 habe ich dann einen Mann kennen gelernt, der so tat, als wüsste er wie es zu sein hat. Ich habe das zunächst dankbar angenommen. Endlich jemand, der weiss wie es geht. Also habe ich versucht alles so zu machen, dass er es für richtig hielt. Ein aussichtloses Unterfangen wie du dir vorstellen kannst, aber meine Idee von richtig und falsch stand und ich musste einfach nur dran bleiben.
Und ich blieb dran, so lange bis ich eines Tages bei einer Psychotherapeutin saß und sagte: „Ich habe mich verloren, ich weiß nicht mehr wer ich bin. Kannst du mir helfen, das ICH MICH wieder finde?“ Sie konnte, es ist ein andauernder Weg und die größte Erkenntnis war und ist:
Es gibt NIEMALS das EINE Richtig!
Alles was richtig ist, ist auch ein Stück weit falsch.
Die Erkenntnis, das es kein absolutes einziges richtig gibt, brachte mir eine ganz neue Freiheit.
Lange Zeit bin ich mit dem Satz
„Es gibt unendlich viele verschiedene Möglichkeiten etwas zu sehen oder zu denken“
gegangen.
Nun viele Jahre später hat mich diese Erfahrung zu der Überzeugung gebracht, das es schon „ein Richtig“ gibt…wobei ich den Begriff „stimmig“ an dieser Stelle lieber mag. Jedoch kein allgemeines richtig, sondern nur „mein richtig“. Richtig ist ganz individuell – ich finde etwas gut, mein Partner nicht. Das ist völlig richtig und daran ist nichts falsch. Hier liegt die Kunst darin das EIGENE zu entdecken und umzusetzen. Tue ich dies nicht mache das ich irgendwann dem anderen zum Vorwurf…aber das in einer anderen Geschichte….