Die Geschichte von Momo begleitet mich seit meiner Kindheit. Damals gab es ein Stickerbuch von Momo – wahrscheinlich, weil es in dieser Zeit verflimt worden war – aber das war mir nicht bewusst.
Vor vielen Jahren habe ich mir dann das Buch von Michael Ende gekauft und seitdem lese ich alle paar Jahre die Geschichte von Momo.
Und jedes Mal, wenn ich es gelesen hatte, habe ich gedacht: das passt so in unsere Zeit!!!
Aktuell habe ich es – auf Inspiration einer Gefährtin und ihrer Tochter – erneut gelesen. Und wieder: Es passt SO in unsere Zeit!
Anmerkung am Rande: Michael Ende hat das Buch 1973 veröffentlicht!
Kleine Auszüge aus dem Buch…vielleicht inspiriert es dich ja das Buch zu lesen. Achte auch mal auf die Sprache – so anders als manche Bücher heute.
Zitate aus dem Buch Momo von Michael Ende:
Beppo Straßenkehrer:
„Siehst du, Momo“, sagt er dann zum Beispiel, „es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann ich niemals schaffen, denkt man.“ Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: „Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluß ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.“
Er dacht einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muß nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer nur an den nächsten.“
Wieder hielt er inne und überlegt, ehe er hinzufügte: „Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.!
Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: „Auf einmal merkt man, daß man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.! Er nicht vor sich hin und sagt abschließend: „Das ist wichtig.“
Weiteres Zitat:
„Daraufhin wurden in allen Stadtvierteln sogenannte „Kinder-Depots“ gegründet. Das waren große Häuser, wo alle Kinder, um die sich niemand kümmern konnte, abgeliefert werden mußten und je nach Möglichkeit wieder abgeholt werden konnte. Es wurde strengstens verboten, daß die Kinder auf den Straßen oder in den Grünanlagen oder sonstwo spielten. Wurde ein Kind doch einmal dabei erwischt, so war sofort jemand da, der es in das nächste Kinder-Depot brachte. Und die Eltern mussten mit einer gehörigen Strafe rechnen.
Auch Momos Freunde entgingen dieser neuen Regelung nicht. Sie wurden voneinander getrennt, je nach Gegend, aus der sie kamen, und wurden in verschiedene Kinder-Depots gesteckt. Davon, daß sie sich hier selbst Spiele einfallen lassen durfte, war natürlich keine Rede mehr. Die Spiele wurden ihnen von Aufsichtspersonen vorgeschrieben, und es waren nur solche, bei denen sie irgendetwas Nützliches lernten. Etwas anderes verlernten sie freilich dabei, und das war: sich zu freuen, sich zu begeistern und zu träumen.
Nach und nach bekamen die Kinder Gesichter wie kleine Zeit-Sparer. Verdrossen, gelangweilt und feindselig taten sie, was man von ihnen verlangte.
Tja…woran erinnert dich das????